Stress in der Adventszeit ist weit verbreitet.  Anstatt diese Zeit zu geniessen, echte Begegnungen zu leben, sich an der Botschaft von Weihnachten zu freuen, ist sie für viele stressvoll. Ihnen erscheint die Adventszeit wie ein riesiger Berg und sie spüren nichts von dieser Vorfreude, sondern lassen sich vielmehr vom Trubel dieser Zeit vereinnahmen. Die Adventszeit zieht ihnen viel zu viel Energie ab und sie sind froh, wenn sie diese Zeit irgendwie gut überstehen. Wie ergeht es dir? Magst du die Adventszeit und kannst du sie geniessen? Oder fühlst du dich schon erschöpft, wenn du nur an diese Tage denkst und überlegst, wie du all das schaffen sollst, was auf dich zukommt?

So viel Stress muss nicht so sein. In diesem Blogbeitrag zeige ich dir drei Schritte, die dir helfen, dich gegen Stress zu wappnen, damit es auch für dich eine befriedigende Zeit wird. Kommst du mit auf diesen Weg?

 

Schritt 1: WAS stresst dich in der Adventszeit? Finde es heraus!

Stress tritt oft als diffuses, belastendes Gefühl auf. Darum ist es wichtig, herauszufinden, was dahintersteckt. Was genau, was konkret stresst dich in der Adventszeit? Am einfachsten und schnellsten erkennst du es, wenn du spontan aufschreibst, was dir dazu in den Sinn kommt. Hier sind ein paar Beispiele, die Stress in der Adventszeit auslösen können:

  • Familientreffen: Für viele sind die geplanten Familienanlässe, Treffen mit den Eltern, Geschwister, äusserst anstrengend.
  • Hohe Erwartungen an dich selbst: Hast du (zu) hohe Ansprüche, oder übertriebene Vorstellungen, was in der Adventszeit alles sein soll, was du bis Ende des Jahres unbedingt erledigt haben willst oder welche Geschenke du einkaufen musst. Auch der Gedanke an das Weihnachtsessen, das etwas besonderes sein sollte oder welche Einladungen du wahrnehmen willst, all das kann stressen? Manchmal sind es auch Kleinigkeiten, die Stress auslösen. Ich selber war schon gestresst, weil ich nicht wusste, was ich anziehen sollte. Ob du es glaubst oder nicht, gefühlt hatte ich absolut nichts Passendes im Schrank.
  • Veranstaltungen: Gegen Ende Jahr häufen sich die jährlichen Firmenanlässe, Anlässe in Vereinen, Einladungen von Freunden, etc. Möglicherweise ist es die Summe der Anlässe, die in kurzer Zeit stattfinden, die dich stresst.
  • Traurigkeit über unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte: In der Adventszeit können dich herausfordernde Erfahrungen aus der Vergangenheit besonders schmerzen. Vielleicht ist eine Beziehung auseinandergegangen oder du fühlst dich alleine, hättest jedoch gerne einen Partner. Möglicherweise macht dir dein unerfüllter Kinderwunsch in dieser Jahreszeit besonders zu schaffen oder der Verlust von einem geliebten Menschen schmerzt noch mehr.
  • Angst, etwas zu verpassen: Stress kann entstehen, wenn du vor lauter Möglichkeiten nicht mehr weisst, wofür du dich entscheiden sollst und immer das Gefühl mitschwingt: Achtung, sonst verpasse ich etwas.

Wenn du dir bewusst geworden bist, WAS dir in der Adventszeit Stress verursacht, bist du schon einen wichtigen Schritt weitergekommen. Jetzt ist es klar ersichtlich und du hast etwas in der Hand. Das Diffuse ist plötzlich greifbar, denn sobald du etwas klar benennen kannst, verliert es an Macht. Oft bringt bereits dieser erste Schritt Entlastung und es wird leichter, zu überlegen, wie du darauf reagieren kannst. Um in eine entspanntere Adventszeit hineinzugehen, geht es darum weiter zum nächsten Schritt.

 

Schritt 2: WARUM stresst dich dieser Punkt in der Adventszeit? Kläre es!

Was dich in der Adventszeit stresst, hast du jetzt benannt. Um dem besser auf die Spur zu kommen, warum es dich stresst, kannst du eine Ebene tiefer gehen. Frage dich, was du über deine oben genannten Punkte denkst. Dazu tauchst du in die Welt der Gedanken und Überzeugungen ein. Denn Gedanken sind ähnlich, wie bei der Eisenbahn die Lokomotive. Sie führt die Zugkomposition an. Dahinter sind die Wagen der Gefühle angehängt. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass deine Gedanken und Bewertungen, massivsten Einfluss auf deine Gefühle haben. Wie du denkst, beeinflusst, wie du dich fühlst. Darum stellt sich dir hier die ganz konkrete Frage: Was denkst du über dein WAS?

Wieder biete ich dir ein paar Beispiele von möglichen Gedanken und Bewertungen an. Ich bin gestresst, weil ich denke,

  • ….. meine Kinder müssen beim Familientreffen einen guten Eindruck machen. Ich persönlich dachte z.B. als junge Mutter oft, an Weihnachten sollten die Kinder nicht streiten und müssten besonders artig sein. Oh jehh, was denkst du, was sie an Weihnachten taten? Diese Erwartung brachte nicht nur mich, sondern auch sie in Stress. Erst als ich mich innerlich von dieser Vorstellung befreite, fühlte es sich viel leichter an.
  • …. dass ich die Erwartungen an mich habe, „Weihnachtsguetzli“ in verschiedensten Varianten zu backen. Ich selber erinnere mich an Zeiten, als ich jedes Jahr an verschiedenen Orten florale Dekorationen gemacht habe. Das sind grundsätzlich Dinge, die ich sehr gerne mache, aber mich dann doch gestresst haben, weil es in dieser Phase zu viel war.
  • ….. diese Einladung kann ich doch nicht ablehnen, sonst verletze oder beleidige ich mein Gegenüber. Ich werde damit bestimmt den anderen vor den Kopf stossen. Dieser Geschäftsanlass, Vereinsanlass ist doch so wichtig, was denken die sonst, wenn ich nicht erscheine.
  • …. Ich bin die Ärmste, es ist ungerecht, dass es mir so schlecht geht. Hätte ich nur damals anders entschieden und diesen Fehler nicht gemacht. Ich schäme mich für meine Situation.
  • …. ich habe Angst, etwas zu verpassen, ich muss mir möglichst lange und möglichst viel offen halten oder viele Einladungen zusagen.

All diese Gedanken, die hier auftauchen, kannst du ruhig einmal ganz realistisch überprüfen, ohne sie und dich dabei abzuwerten. Stimmen sie wirklich? Sind diese Gedanken und Überzeugungen angemessen, realistisch, nötig oder möglicherweise übertrieben? Sind sie sogar ein Überbleibsel aus früheren Zeiten, wo du vieles einfach ungefragt übernommen hast? Könntest du es auch anders denken und bewerten?

Gedanken kommen zwar, aber wir müssen längst nicht jedem Gedanken glauben, den wir denken. Es lohnt sich, unsere Gedanken zu überprüfen, wenn sie uns Stress in der Adventszeit verursachen. Welche willst du bestätigen und daran festhalten? Von welchen unrealistischen oder falschen Gedanken, übertriebenen Erwartungen an dich selber, aber auch die andere oder dein Umfeld an dich stellen, kannst und willst du dich getrost und bewusst verabschieden?

Wenn du jetzt herausgefunden hast, WARUM es dich stresst, bist du schon bei Schritt drei angekommen.

 

Schritt 3: WIE kannst du Stress in der Adventszeit abbauen? Komme ins Tun!

Nachdem du aufgedeckt hast, was dich stresst und herausgefunden hast, warum es dich stresst, kannst du jetzt überlegen, wie du dich gegen diesem Adventsstress wappnen kannst. Wie so oft gilt auch hier, es braucht dein selbstverantwortliches Handeln, indem du konkrete Schritte unternimmst.

Gewisse Umstände wirst du zwar nicht ändern können, aber oft können wir viel mehr gestalten, als wir zuerst gedacht haben. Hier teile ich wieder ein paar Gedanken, die dir helfen können, deine eigenen Ideen zu entwickeln:

  • Ich erlaube mir, nur so viele Einladungen anzunehmen oder anzubieten, wie es zu mir und meinen Kräften passt. Ich entscheide sehr bewusst, welche ich wirklich wahrnehmen will oder welche ich auf den Januar verschieben oder ganz ablehnen werde.
  • Meine Grenzen respektiere ich und schütze sie. Deswegen werte ich mich nicht ab, sondern gestalte die Adventszeit so, dass es möglichst gut zu der Energie passt, die mir aktuell zur Verfügung steht. Denn wenn es mir gut geht, kann ich besser für andere sorgen. Introvertierte Menschen haben diesbezüglich völlig andere Bedürfnisse als extrovertierte Personen. Während letztere regelrecht aufblühen und Kraft tanken, wenn sie mit Menschen zusammensein können, kostet es andere Energie und brauchen nachher wieder Zeit, um sich zu erholen.
  • Während dieser Zeit achte ich besonders gut darauf, dass ich mir genügend Schlaf und gesundes Essen gönne und immer wieder mal raus in die Natur gehe. Das hört sich vielleicht banal an, ist es aber nicht, denn Schlaf, Bewegung und Ernährung haben einen riesigen Einfluss auf unser Stresserleben. Meine 5 besten Tipps für eine gute Selbstfürsorge habe ich in einem separaten Blogbeitrag beschrieben.
  • Ich organisiere jetzt schon ein Treffen mit einer Freundin, um mir schöne Adventsanlässe oder Weihnachtstage zu ermöglichen und dem vorzubeugen, dass ich mich während der Adventszeit einsam fühle.
  • Ich entscheide mich, mich von meinen hohen Erwartungen zu verabschieden. Ja, dieser Schritt beginnt mit einer Entscheidung. Wenn ich z.B. zu wenig Zeit und Energie habe, selber zu backen, begnüge ich mich mit weniger Sorten, oder kaufe sie ein.
  • Ich akzeptiere, dass ich nicht überall dabei sein kann und halte es aus, dass mein JA zu einer Möglichkeit, gleichzeitig ein Nein zu anderen Ideen ist.

 

Fazit: Du darfst die Adventszeit mitgestalten!

Viele Umstände kannst du nicht beeinflussen, Sachzwänge bleiben bestehen, längst nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung und doch bleibt da immer noch dein ganz persönlicher Gestaltungsspielraum. Nicht alle Gedanken musst du behalten. Du kannst dich immer wieder neu entscheiden, wie du etwas bewertest und aus welcher Opferhaltung du aussteigen willst, damit du diese Adventszeit mit mehr Leichtigkeit und Freude geniessen kannst.

Abschliessend nochmals die drei einfachen Schritte, die dich dabei unterstützen, den Stress abzubauen.

  1. WAS stresst dich in der Adventszeit? Finde es heraus!
  2. WARUM stresst dich dieser Punkt? Kläre es!
  3. WIE kannst du Stress in der Adventszeit abbauen? Komme ins Tun!

Adventszeit ist eine Zeit der Vorfreude, der hoffnungsvollen Erwartung. Wir feiern bald Weihnachten, das Fest der Liebe. Wir erinnern uns daran, dass damals Gott aus Liebe zu uns Menschen seinen Sohn Jesus auf die Welt gesandt hat, weil er Frieden und Freude in unser Leben bringen will.

Diesen Frieden und diese Freude wünsche ich auch dir und dass du entspannt die Adventszeit geniessen kannst.

⭐⭐⭐⭐ Ist in deinem Leben ein Stresspunkt aufgetaucht, bei dem du mit diesen Fragen zu wenig gut weiterkommst? Dann lass uns gemeinsam schauen, was dir helfen könnte, konkrete Schritte zu gehen. Buche dir gleich ein kostenloses 20min. Kennenlerngespräch.

Ja, es soll leichter werden, ich will einen Termin.